Akteure der Initiative berichteten von ihren Erfahrungen

Zukunftskonferenz mit doppeltem Superlativ

Die 6. Zukunftskonferenz bilanzierte bisher Erreichtes und skizzierte Perspektiven. Fazit: Die Initiative Steinburg+ 2030 ist auf dem besten Weg. Das zeigte schon die Veranstaltung selbst – derart viele Besucher hat es bisher noch nicht gegeben.

Über 280 Menschen und ein gemeinsames Ziel: Eine Power, die sich auch Besuchern von außerhalb mitteilte. „Ich bin begeistert von der Energie, der Motivationskraft und dem Gestaltungswillen, die ich heute Abend hier spüre“, sagte kein geringerer als Timm Richter. Der Produktvorstand der Xing AG war sichtlich beeindruckt von der 6. Zukunftskonferenz, für die der Dägelinger Fenster- und Türenproduzent rekord eine Halle zur Verfügung gestellt hatte.

Kurz und intensiv: Größtes Speed-Dating der Westküste

Kurz und intensiv: Größtes Speed-Dating der Westküste

Initiativen-Gründer Prof. Ralf Thiericke: Netzwerk-Inseln miteinander verbinden. Es sollte ein Nachmittag des doppelten Superlativs werden: Mit 280 Besuchern erreichte die Zukunftskonferenz eine neue Höchstmarke. Zugleich wurde die rekord-Halle Schauplatz eines norddeutschen Speed-Dating-Rekords: An langen Bänken saßen sich minutenweise jeweils zwei Besucher zum Tête-à-tête gegenüber, von den benachbarten Pärchen durch halbhohe Sichtblenden getrennt. „So ein umfassendes Speed-Dating hat es an der Westküste noch nicht gegeben“, kommentiert Prof. Ralf Thiericke das nicht nur optisch beeindruckende Ergebnis. Menschen, die einander noch nie begegnet waren, kamen ganz plötzlich miteinander ins Gespräch – über Privates, Berufliches, Wirtschaftliches. Eine pulsierend-konzentrierte Kommunikation füllte die Halle. „Schade, es hätte noch weitergehen können“, kommentierte eine Teilnehmerin das nach drei Partnerwechseln von Moderator Thiess Johannssen per Gong beendete Speed-Dating.

Wie in den Vorjahren moderierte auch diesmal der Pressesprecher der Itzehoer Versicherungen die Zukunftskonferenz, die sich dem Thema „Netzwerke – Wir wachsen zusammen“ verschrieben hatte. Thiess Johannssen eröffnete die Konferenz mit einem ganz besonderen Paukenschlag: Beherzt griff er zum Hammer und zertrümmerte erst eine normale Glasscheibe. Eine Unzahl von Scherben flog über die Bühne. So sei es, wenn Menschen isoliert voneinander und nicht verbunden miteinander agieren, kommentierte Johannssen den klirrend-krachenden Symbolgehalt. Dann rückte er einer Verbundglasscheibe – natürlich aus rekord-Produktion – zu Leibe. Sie hielt stand, zeigte nur Risse. Botschaft: So stabil sind verbundene Netzwerke, die Risse bilden ein sichtbares Netz, das das große Ganze zusammenhält.

Auf der Bühne berichteten zunächst Mitglieder von Steinburg+ 2030 von ihren Erfahrungen beim Bestreben, den Kreis Steinburg voranzubringen: Morten Holpert (Holcim-Werkleiter), Prof. Jürgen Teifke (FH Flensburg), Petra Remus (sh:z Verlagshausleiterin), Stefan Schack (Volksbank-Vorstand) sowie Regine Struve und Timo Laackmann (Kaufmännischer Verein Kellinghusen). rekord-Chef Jochen Kitzmann gab Einblicke in das 1919 gegründete Unternehmen. Auch er offenbarte sich als überzeugter Netzwerker: Beispielsweise geht die vor 15 Jahren gegründete Fensterleistungs-Gemeinschaft (FLG) auf seine Initiative zurück. Die beteiligten Firmen pflegen einen ungewöhnlich offenen Umgang miteinander, lassen sich gegenseitig sogar in die Bilanzen schauen: Vertrauen und Verbundenheit seien die Voraussetzung, um sich gemeinsam und erfolgreich am Markt behaupten zu können.

Olaf Prüß (Planungsbüro RegionNord) machte auf neu entstandene spezielle Netzwerke aufmerksam, beispielsweise von Gastronomiebetrieben und Bio-Landwirten.

Initiativen-Gründer Prof. Ralf Thiericke: Netzwerk-Inseln miteinander verbinden

Initiativen-Gründer Prof. Ralf Thiericke: Netzwerk-Inseln miteinander verbinden

Auch Prof. Ralf Thiericke (IZET und Initiator von Steinburg+ 2030) konstatierte ein wachsendes Miteinander von Akteuren in der Region. Allerdings gebe es noch viele kleine „Netzwerk-Inseln“ im Kreis Steinburg, die noch nicht miteinander verbunden seien.

Vielleicht wird dieses Zueinanderfinden durch das nächste Projekt der Initiative beschleunigt: Demnächst steht die Gründung einer virtuellen Steinburger Business-Community an: Deren Heimat wird die Social-Media-Plattform Xing sein. Xing-Vorstand Timm Richter („Ich selbst bin kein Netzwerker“) erklärte mit einem anschaulich-humorvollen Vortrag Sinn und Perspektiven von solchen Internet-Netzwerken: „Sie sind da – es wird schlimmer – machen Sie was draus“.

Als special guest mit Sinn für Pointen und Selbstironie führte Achim Fringes (Neuromerchandising Group) in die oft genug bizarr klingenden Erkenntnisse moderner Hirnforschung ein. Unter anderem berichtete er, warum menschliches Handeln sich kaum auf Logik, sondern zum größten Teil auf Emotionen gründet. Das gelte auch fürs Ökonomische: „Wirtschaft ist eine Kunst, die ohne Emotionen aber nicht funktioniert.“ Sein Schlusszitat fügte sich perfekt in den tieferen Sinn der Zukunftskonferenz: „Die sicherste Methode die Zukunft vorherzusagen ist, sie zu gestalten.“