thorsten wendt

Interview mit Torsten Wendt

MeinSteinburg.de sprach mit Torsten Wendt, Volljurist, geboren in Hildesheim. Er ist seit April 2013 Landrat des Kreises Steinburg.

meinsteinburg.de: Herr Wendt, Sie sind erst seit einem Jahr im Kreis Steinburg. Was waren Ihre ersten Eindrücke?

Torsten Wendt: Den ersten Eindruck den ich hatte: schlechte Straßen. Landschaftlich hingegen ist die Region sehr schön und hat eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit Elbe, Marsch und Geest. Besonders reizvoll sind die Wasserflächen.

meinsteinburg.de: Und wirtschaftlich gesehen?

Wendt: Der Kreis Steinburg gehört nicht mehr zum Speckgürtel Hamburg, Horst vielleicht ausgenommen. Steinburg ist eine landschaftlich geprägte Region mit all seinen strukturellen Problemen. Dennoch haben wir hier herausragende Betriebe wie zum Beispiel das Klinikum Itzehoe mit seinen 1800 Mitarbeitern. Mehr in den Schlagzeilen sind dann aber beispielsweise Prinovis oder Prokon. Es gilt, die Herausforderungen zu bewältigen. Wichtig sind dabei kreative Köpfe. Menschen, die den Kopf nicht hängen lassen und sagen: Wir packen das. Viele Menschen machen sich hier Gedanken, zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie Isit, das Izet das kleinen Unternehmen die Möglichkeit gibt heranzureifen und sich am Markt zu behaupten – all das sind Keimzellen der wirtschaftlichen Innovation.

meinsteinburg.de: Der Kreis Steinburg stellt sich mit seinen neuen Image-Filmen nun ein wenig anders da. Sie haben die Filme gesehen?

Wendt: Ja. Und ich kenne „normale“ Imagefilme, die zeigen die landschaftliche Idylle und Volksfeste, sie haben Lokalkolorit und sind liebevoll gemacht. Das Spannende an den Spots für den Kreis Steinburg „Wir haben…“ ist aber, dass sie eine gewisse Wirkung haben. Die positive Botschaft wird vermittelt und ist zum Schmunzeln; die unerwartete Wendung bringt einen zum Lachen.. Gerade wenn ich lache, bleibt mir das in Erinnerung. Die Botschaft wird dadurch fest verankert. Ich finde die Filme sehr wertvoll.

meinsteinburg.de: Welche Aufgaben stehen an, Menschen die Region schmackhaft zu machen?

Wendt: Wir müssen noch etwas tun. Die Verkehrsinfrastruktur ist wichtig. Es wird intensiv gearbeitet. Auch bei der Breitbandversorgung im Kreis Steinburg. Wir müssen Voraussetzungen schaffen, dass die Menschen sich hier wohlfühlen. Man darf aber auch nicht alles schlecht reden. Das was gut ist, hat einen zu geringen Stellenwert. Diese Entwicklung finde ich bedauerlich. Wichtig ist die positive Grundeinstellung. Wenn ich nicht motiviert bin, erreiche ich nichts. Nicht nur über Prinovis reden, sondern auch über Isit mit seinem neuen Reinraum. Als ich Referendar war, wollten alle immer in die Großstadt, ich aufs Land. Wohnen in Hamburg hat für manche etwas mit Status zu tun, aber viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass es viele der angebotenen Dinge auch auf dem Land gibt. Fehlt mir was, ist Hamburg nicht weit. Aber hier kann man beispielsweise die Immobilienpreise bezahlen. Wir müssen selbstbewusst gegenüber Hamburg auftreten: Auch im Kreis Steinburg kann man ein gutes Leben führen.