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Interview mit Professor Thiericke: „Wir arbeiten eher im Hintergrund“

Prof. Dr. Ralf Thiericke ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Technologieförderung Itzehoe mbH und direkt verantwortlich für den wirtschaftlichen und inhaltlichen Erfolg des Izet Innovationszentrums Itzehoe. Er ist zudem Mitbegründer der Initiative Steinburg+ 2030.

meinsteinburg.de: Wer steckt hinter Steinburg+ 2030?
Prof. Dr. Ralf Thiericke: Steinburg +2030 ist eine einzigartige Wirtschaftsinitiative an der Westküste Schleswig-Holsteins, die für starke Impulse für die Entwicklung der Region steht. Themenfelder sind zum Beispiel die Initiativen Pro A20, Störauf und die Bildungsregion Steinburg+. Wir arbeiten eher im Hintergrund, haben noch nicht mal eine eigene Webseite. Dafür aber viele motivierte Menschen. Ein Strategiekreis aus derzeit zwölf Leuten lenkt ihn seit sieben Jahren. Eine Region entwickeln wie ein Unternehmen zu führen war immer unser Anliegen. Klare Ziele, konkrete strategische Projekte, mehr Zusammenarbeit, schnelle Entscheidungen und koordiniertes Handeln gehören dazu. Und Dinge machen, die sonst keiner macht. Die Aktivität der Mitglieder ist dabei sehr groß. Es gibt gute Leute hier – und sie sind fürchterlich zuverlässig (lacht).

meinsteinburg.de: Wie kam die Idee des Regionalmarketings zustande?
Prof. Thiericke: Wir suchten ein Thema für die Zukunftskonferenz. (Die alljährlich stattfindende Zukunftskonferenz ist Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und dient als Gradmesser für Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bevölkerung). (Amerk. der Red.). Ziel ist es, nach außen Position in der Metropolregion Hamburg zu zeigen, nach innen den Menschen vor Ort ein „Wir-Gefühl“ aufzuzeigen. Wir müssen uns ein Image geben, zeigen was wir können, attraktiv für Fachkräfte sein und eine Identität der Menschen schaffen. Und das mit einem Augenzwinkern. Die Frage war, wie wir als Wirtschaftinitiative dazu beitragen können. Tourismus beispielsweise ist ja eigentlich ein Ding, um das sich Stadt und Kreis kümmern. Das läuft, wie zum Beispiel der Holstein Tourismus, auch ganz gut. Wir wollten aber weg von Dingen wie Broschüren und ähnlichem. Was lag da näher, als die neuen Medien und somit bewegte Bilder zu nutzen?

meinsteinburg.de: Sich selbst ein wenig auf die Schippe nehmen und dabei noch eine regionale Botschaft rüberbringen – diese Idee hatten Sie zusammen mit Thiess Johannssen?
Prof. Thiericke: Die Idee der Filme war eine wilde Geburt, in der Küche bei einem Glas Rotwein. Es gibt vom NDR kurze Spots mit dem Titel „Das Beste am Norden“. Sie zeigen das Schöne im Norden, auf eine sehr lustige Art. Zuerst haben wir daran gedacht, den Slogan 1:1 zu übernehmen, es liefen bereits Gespräche mit dem NDR. Es folgten dann aber viele Gespräche mit Interessierten. Wie sollen die Filme funktionieren? Es war ein Prozess der Findung. Schließlich stand der Slogan: „Wir haben…“ Wir haben Niveau. Wir haben Wacken. Eine der ersten Ideen war „Wir haben eine flexible Infrastruktur“ und sollte unter anderem die Klappbrücke in Heiligenstedten zeigen. Eine andere war, spielende Kinder auf einem Sandberg mit Schaufeln zu zeigen. Im Hintergrund ist die A20 zu sehen und der Hinweis: Wir geben das an die nächste Generation weiter. Da kann man herrlich mit spielen.

meinsteinburg.de: Die ersten beiden Filme sind auf der Zukunftskonferenz im vergangenen November gezeigt worden. Wie kamen sie an?
Prof. Thiericke: Sehr gut. Wie haben auf der Zukunftskonferenz nachgefragt, wer Interesse hat und mitmachen möchte. Die Resonanz war gut. Der Kaufmännische Verein Kellinghusen hat seinen Film ja schon in die Tat umgesetzt. Es werden noch weitere Filme folgen, Firmen werden sich beteiligen. Was ganz wichtig ist: Auch diese Sache muss sich, was Ideen und Finanzierung angeht, verselbständigen.

meinsteinburg.de: Die entstanden Filme sollen demnächst auf der Webseite MeinSteinburg.de gezeigt werden. Und sollen im weltweiten Netz auch gefunden werden.
Prof. Thiericke: Wir haben einmal „Steinburg“ in eine Suchmaschine eingegeben. Ganz oben stand Werbung für ein spanisches Bier – mit 37 Klicks. Der Kreis an sich ist viel weiter unten zu finden. Das wollen wir ändern. Wir haben mit Holger Meyer den ehemaligen Google Deutschland Manager im Boot, der die Webseite mit Input füttert. Er ist gebürtiger Steinburger und hat das passende Know How in Sachen Suchmaschinen und Youtube. Ich bin auf diesem Gebiet nicht der Experte, aber eins ist klar: Mit den neuen Medien fängt die Region sich an sich zu bewegen.